Sexismus etwas anders: Männer und Babys

tragetuchIm Mai vergangenen Jahres bin ich zum ersten Mal Vater geworden. Während meine Freundin aktuell ihren Uni-Abschluss macht, ruht mein Studium. Hauptberuflich bin ich erstmal Hausmann und Papa. Da mein Abschluss als politisch aktiver “Bummelstudent” noch in weiter Ferne liegt, haben wir uns gemeinsam dafür entschieden, dass zunächst meine Freundin ihr Studium beendet und danach “die Brötchen” verdient. Ganz pragmatisch also. Und im 21. Jahrhundert ja eigentlich auch ganz normal. Ein subjektiver Blick auf alltäglichen Sexismus.

Doch so normal scheint das noch immer nicht zu sein. Es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Reaktionen der Menschen sind, abhängig davon, ob meine Freundin mit unserem Sohn unterwegs ist oder ob ich mit ihm draußen bin. Ist meine Freundin mit Kinderwagen oder Tragehilfe/Tragetuch in der Stadt, gibt es bis auf gelegentliche “Ach, wie niedlich”-Kommentare keine Reaktionen. Ist ja auch normal, dass eine Mutter mit ihrem Kind spazieren geht. Ganz anders ist es jedoch, wenn ich mit Baby in der Stadt bin. Nach inzwischen über acht Monaten Erfahrung habe ich die Reaktionen in drei Kategorien unterteilt:

Kategorie 1: Der Typ braucht Ratschläge, wie man mit einem Baby umgeht.

Deutlich häufiger als meine Freundin werde ich angesprochen und mit Ratschlägen und besorgten Fragen bombardiert. Ist er denn wirklich warm genug angezogen? Bekommt das Baby denn überhaupt Luft im Tragetuch? Ist es nicht viel zu warm für eine Mütze? Sie müssen das Köpfchen besser abstützen! Falls er wach wird, haben Sie aber ein Fläschchen dabei, nicht wahr? Ich möchte das nicht überbewerten. Geht es um Babys, klingeln bei vielen Menschen die Alarmglocken und sie werden übertrieben fürsorglich und ängstlich. Aber ich habe schon den Eindruck, dass man mir aufgrund meines Geschlechts nicht zutraut, mich um meinen Sohn kümmern zu können. Diese Ratschläge und Fragen kommen übrigens nicht nur von Frauen. Auch Männer – in erster Linie jenseits der Sechszig – scheinen junge Väter für eine potentielle Kindeswohlgefährdung zu halten.

Kategorie 2: Ein Mann mit einem Baby? Wie schwul ist das denn?

Ja, tatsächlich. Schon mehrfach habe ich nun gehört, dass gerade jüngere Männer es als “schwul” empfinden, wenn ein Mann mit seinem Kind im Tragetuch unterwegs ist. Natürlich ist hier mit dem Begriff “schwul” nicht zwangsläufig homosexuell gemeint. Aber es ist schon auffällig, dass gerade immer wieder dieser Terminus fällt. Sein Kind zu betreuen ist unmännlich. So oder so ähnlich wird es offenbar von vielen männlichen Jugendlichen wahrgenommen. Leider war ich bisher immer zu feige, um diese Jungs, die im Vorbeigehen über mich lästerten, nach ihren Motiven zu fragen.

Kategorie 3: Er kümmert sich um das Baby! Er ist ein Held!

Am häufigsten erlebe ich es, dass mich Frauen ansprechen und mir erzählen, wie unfassbar toll es ist, dass ich mich um mein Kind kümmere. Ja, schön und gut. Aber wieso erzählt das nie jemand auf der Straße meiner Freundin? Ja klar, die Mutter MUSS sich ja um das Kind kümmern. Der Vater ist direkt ein Held, der seine wertvolle Zeit opfert. Das “schönste” Erlebnis hatte ich vor einigen Wochen in der Bochumer Innenstadt. Eine ältere Frau sprach mich an: “Ich finde das toll, was Sie machen. Ich sage immer, auch Väter dürfen ihre Kinder lieben.” Ein Satz, der in trauriger Einfachheit das Familienbild der frühen Bundesrepublik zusammenfasst. Und dieses Familienbild wirkt weiter stark in die Gegenwart. Denn es ist nicht so, dass nur ältere Menschen mich deswegen ansprechen. Auch Frauen in meinem Alter tun manchmal so, als wäre ich der einzige Mann, der Elternzeit nimmt oder eine Windel wechseln kann.

Aber ich kann es niemandem vorwerfen, so zu denken. Gerade im Bereich der Kindererziehung verfallen viele Menschen wieder in bereits überwunden geglaubte Geschlechterrollen. Wer da rausfällt, ist die positive oder eben negative Ausnahme. Auch das ist sexistische Normalität im 21. Jahrhundert.

Demokratie gestern, heute, morgen?

Die aktuelle Euro-Krise ist auch eine Krise der Demokratie. Diese These liest man seit Monaten in zahlreichen Blogs, Zeitungen, Magazinen und Parteiprogrammen. Soweit also keine Neuigkeit. Was in den Kommentaren zum Thema aber häufig fehlt, ist die Erkenntnis, dass es sich hier keinesfalls um ein neues Phänomen handelt, sondern um die Fortsetzung einer jahrzehntelangen Entwicklung. Das Problem ist nicht bloß die bürokratische EU, sondern die parlamentarische Demokratie selbst, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte kaum verändert hat. Doch die Gesellschaft ist heute eine völlig andere.

Die große Mehrheit der Menschen war also einst zufrieden damit, alle paar Jahre ins Wahllokal gebeten zu werden. Schaut man auf undemokratisch regierte Staaten, fallen die Vorteile einer bürgerlichen und parlamentarischen Demokratie auch unweigerlich ins Auge. Nehmen wir das Beispiel Deutschland. „Vollbeschäftigung“ und das „Wirtschaftswunder“ sorgten dafür, dass ein Rütteln am neuen Status Quo in den fünfziger und frühen sechziger Jahren verdächtig war. Es war doch endlich alles gut in Deutschland. Heute leben wir jedoch in der sogenannten „Informationsgesellschaft“. Wissen und Hintergründe sind für alle abrufbar. Dieser Luxus ist erst wenige Jahre alt und auch noch nicht ausreichend in der Gesellschaft angekommen. Trotz freiem Zugang zu vielen Informationen versteht – gefühlt – niemand die Vorgänge rund um die Euro-Rettung.

In den ersten Jahren der BRD konnte man von den heutigen Möglichkeiten nur träumen. Eine gute Möglichkeit, damals trotzdem an demokratischen Prozessen zu partizipieren, war eine Mitgliedschaft in der SPD bzw. in einer ihrer Freizeitorganisationen. Obwohl politisch damals weniger im Mainstream angesiedelt als heute, entwickelte sich die SPD zur ersten Volkspartei, die diesen Anspruch nicht bloß mit guten Wahlergebnissen begründen konnte. Die SPD war nah am Menschen, weil die Menschen nah an der SPD waren. Durch Straßenfeste, Konzerte, Partys, Lesungen, gemeinschaftlich organisierte Urlaubsreisen und vieles mehr rückte die SPD in den Alltag vieler Menschen. Und mit ihr auch politische Mitbestimmung. Aus der Partei der breiten Masse wurde im Laufe der Jahre jedoch die Partei des Klüngels. Aus der Solidarität gegenüber der arbeitenden Bevölkerung wurde die „Solidarität“ gegenüber den Parteigenossen. Die Spendierhosen der Stadtwerke Bochum sind ja nur die Spitze des Eisbergs.

Ich will die SPD in den Anfangsjahren der BRD nicht verkitschen. In vielerlei Hinsicht war das ein höchst reaktionärer Haufen. Aber die Entwicklung der SPD ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie. Ein kleiner Teil des sozialdemokratischen Spektrums entwickelte sich zu den Grünen. Doch die grüne Nähe zu basisdemokratischen sozialen Bewegungen hat auch gelitten und ist heute nur noch ein Schatten der Anfangsjahre. Hier setzen die Piraten an und wollen eine neue Form der Mitbestimmung etablieren. Doch im Gegensatz zu den Ur-Grünen haben die meisten Piraten keinen politisch-intellektuellen Hintergrund. Viele lehnen gar Politik ab und wollen sich „ohne Ideologie“ an Sachfragen orientieren. Was an sich ja ganz gut klingt, stellt im politischen Alltag jedoch ein Problem dar. Wer nicht in der Lage ist, politische Sachzwänge und „gewachsene Strukturen“ radikal und fundiert zu kritisieren, der landet früher oder später in der politischen Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts. Ohne Visionen, ohne Lösungsansätze. Aber mit einer langen ToDo-Liste voller „Sachfragen“.

Dies wurde auch beim Piraten-Parteitag in Bochum deutlich. So schade es ist, Demokratie wird auch bei den Piraten nicht radikal neu gedacht. Statt Delegierte alle (anwesenden) Mitglieder beim Parteitag abstimmen zu lassen, ist nicht zwangsläufig demokratischer. Wenn theoretisch jedes Mitglied abstimmen kann, sind alle bloß ihrem Gewissen verpflichtet. Beschlüsse einer Mitgliederversammlung auf Stadt- oder Kreisebene sind bedeutungslos. Damit will ich nicht sagen, dass das Delegiertensystem der anderen Parteien ideal ist. Aber die Piraten kochen hier eben auch bloß mit Wasser und fördern die Diktatur der Zeithaber.

Demokratie muss neu gedacht werden. Grundlegende Aspekte des Zusammenlebens müssen abgesteckt werden.

Wie ist es jedem Menschen real möglich, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen? Natürlich kann man aus orthodox liberaler Sicht argumentieren, dass jeder Mensch doch die Möglichkeit hat, sich zu beteiligen. Die Realität sieht aber anders aus. Existenznot, Leistungsdruck, schlechte Bildung, Kindererziehung usw. Die Liste ist lang. Demokratische Mitbestimmung ist auch eine Frage der Grundversorgung (bedingungsloses Grundeinkommen oder sanktionierbare „Sozialleistungen“?), des Arbeitsmarkts (durch Automatisierung und technischen Fortschritt ist es ökonomisch durchaus denkbar, sich mittelfristig weitgehend von „Vollzeitarbeit“ zu verabschieden), der Kinderbetreuung (wenn ich für jede Bürgerversammlung einen kostspieligen Babysitter engagieren muss, wird Demokratie zur Kostenfalle), der Informationsfreiheit (Medien müssen unabhängig und ausreichend finanziert werden, gleichzeitig muss jeder in der Lage sein, auf diese Medien zuzugreifen), der Bildung (nur wenn jeder Mensch gleichermaßen politische Bildung hin zu freiem Denken genießen kann, kann eine Gesellschaft wirklich demokratisch sein) und natürlich der Infrastruktur (nicht jeder kann sich zu einem Thema vor Ort eine Meinung bilden, wie kann also transparente und faire Informationsweitergabe aussehen?).

Wie bestimmt man, wer an einer Entscheidung mitwirken darf? Die eher anarchistische Haltung, dass jeder mitbestimmen kann, der das eben möchte, ist nicht unbedingt demokratisch. Die heutige Praxis, nur bei geografisch klar eingegrenzten Bereichen überhaupt eine direkte Bürgerbeteiligung zuzulassen, aber erst recht nicht. Wer in Wattenscheid wohnt, benötigt nicht die Berechtigung, sich an einer Entscheidung zu beteiligen, die nur die Bewohner der Bochumer Südinnenstadt betrifft. Das ist nicht schwierig. Doch was passiert, wenn es um Entscheidungen geht, die sich nicht geografisch eingrenzen lassen? Hier entstehen schnell Interessenskonflikte, die einer verlässlichen Struktur bedürfen.

Was darf von der Mehrheit entschieden werden? Was greift in die persönliche Freiheit ein? Diese Frage ist für mich natürlich besonders spannend. Besteht doch in puncto Nichtraucherschutz eine krasse Diskrepanz zwischen meiner Parteimitgliedschaft (Die Grünen) und meiner Tätigkeit bei den Ruhrbaronen. Die Frage des Nichtraucherschutzes ist hier tatsächlich auch ein gutes Beispiel. Betrachtet man wissenschaftliche Studien und geht davon aus, dass Passivrauchen gesundheitliche Schäden verursachen kann, so ist es tatsächlich schwierig, Lösungen zu finden, die dem liberalen Grundsatz („Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“) entsprechen. Eindeutig ist für mich allerdings, dass der (rot-)grüne Gesetzesentwurf liberale Prinzipien missachtet. Konsequenter Nichtraucherschutz aber ist in einer liberalen Demokratie unbedingt geboten, nicht aber die Bevormundung von erwachsenen Menschen, die sich dazu entschieden haben, Drogen (egal welcher Art) zu konsumieren.

Diese Fragen sind natürlich nur ein kurzer Einstieg in die Diskussion. Aber es ist wichtig, dass diese Diskussion geführt wird. Nicht nur in politikwissenschaftlichen Büchern, sondern in Blogs, Zeitungen, den Parteien und vor allem auf der Straße, in den eigenen vier Wänden, in den Kneipen und in den Schulen.

Metzger aufgepasst: Umschulung zum Drucker nicht verpassen!

2012-07-28-19.55.31Ich habe schon immer gerne Fleisch gegessen. Auf der Pizza, dem Burger, im Döner, als Schnitzel. Alles landete unweigerlich zwischen meinen Zähnen. Seit sechs Jahren bin ich nun Veganer. Aus ethischen Gründen. Tierschutz, Klimaschutz, der Regenwald. Gründe gibt es genug. Am Geschmack lag es jedenfalls nicht. Trotzdem komme ich gut ohne Fleisch zurecht. Doch vegane Ernährung allein wird nicht das Ende der Massentierhaltung hervorrufen. Dies zu glauben, wäre naiv und ignoriert die Zusammenhänge des globalisierten Kapitalismus.

Unfassbar fasziniert bin ich daher von einem neuen 3D-Drucker, den die Amerikaner Gabor und Andras Forgacs aktuell entwickeln und tatsächlich langfristig eine Antwort auf ökologische und tierethische Fragestellungen bieten könnte. Papa und Sohn Foracs wollen Fleisch mithilfe eines 3D-Druckers herstellen. Geschmacksrichtung und Form (sagen wir meinetwegen Mett-Meerschweinchen) in der App fürs Smartphone auswählen, abschicken und in wenigen Minuten ist das Essen fertig. Klingt verrückt, ist aber durchaus plausibel. Was bei Autoteilen, künstlichen Gelenken, Schokoskulpturen und inzwischen sogar künstlichem Gewebe (als Alternative für Tierversuche in der Forschung) funktioniert, kann perspektivisch natürlich auch für Nahrungsmittel möglich sein. Wäre es so tatsächlich machbar, billiger als in der Massentierhaltung an sein Schnitzel zu kommen, es könnte die gesamte weltweite Nahrungsmittelproduktion revolutionieren.

So weit ist die Entwicklung natürlich noch nicht. Aber eine finanzielle Spritze von Investor Peter Thiel in Höhe von 350.000 Dollar ist ein Anfang. Ob der 3D-Drucker dann in der Fabrik im Eiltempo Steaks produziert oder zuhause in der Küche steht, ist zweitrangig. Wobei ich persönlich die Idee bevorzuge, mit meinem Handy auf der Couch liegend Essen zu “bestellen” und dieses ein paar Minuten später in der eigenen Küche abzuholen.

Ach ja, ich liebe die Zukunft. Wie gut, dass ich mich aktuell quasi nur von Gemüse ernähre und meine Chancen erhöhe, diese Zukunft noch zu erleben. Und dann wird reingehauen. Aber ordentlich!

Zwischen Dorf und Metropole

bochumdorfmetropoleGlauben wir zahlreichen Vertretern aus Verwaltung und Politik des Ruhrgebiets, leben wir in einer der pulsierendsten Metropolen Europas. Man muss nicht erst nach Wanne-Eickel oder Recklinghausen-Süd fahren, um dieses Marketinggeschwätz als Lüge zu enttarnen. Die Innenstädte von Essen und Dortmund vermitteln zwar ein gewisses Großstadtflair, doch schon im Vergleich zum irgendwie auch recht provinziellen Köln stinken Essen und Dortmund gewaltig ab. Die Metropole Ruhr oder die “Ruhrstadt” mögen vielleicht mal schöne Ideen gewesen sein. Heute sind sie vor allem eins: arroganter Schwachsinn.

Das Ruhrgebiet ist einfach nicht wie Berlin, Hamburg oder München. Es hat nicht die Infrastruktur, nicht die Geschichte, keinerlei größere politische Bedeutung, keine ansprechende oder mindestens solide Architektur, kein Konzept und ganz platt gesagt nicht den Zeitgeist auf seiner Seite. Das kann man bedauern. Wie uns die letzten Jahre rund um die Kulturhauptstadt gezeigt haben, kann man das auch prima verleugnen. Nur wenige kommen dagegen auf Idee, dass gerade das die Stärke des Potts ist. Der Wohnraum ist bezahlbar, die Grünflachen und Wälder so abwechslungsreich und groß wie sonst nur auf dem Land. Gleichzeitig ist es überwiegend ruhig und beschaulich. Großstadthektik gibt es vielleicht auf der A40 oder in der U35, alles in allem ist es aber echt gemütlich hier. Trotzdem hat man die Vorteile, die ein riesiger Ballungsraum so mit sich bringt. Zu jedem Lebensbereich gibt es irgendwas in der Nähe. Spaßbäder, Freizeitparks und was man sonst so braucht, wenn man nichts zu tun hat. Und Dienste wie Ebay Kleinanzeigen machen hier auch deutlich mehr Spaß als anderswo. Schließlich liegt selbst Berlin einwohnertechnisch Welten hinter dem Ruhrgebiet. Entsprechend größer ist auch das Angebot an gebrauchten Bücherregalen. Oder anderem Firlefanz.

Der gebrauchte Firlefanz macht das Ruhrgebiet in Kombination mit dem günstigen Wohnraum und den im Grunde ja gar nicht so schlechten Hochschulen auch zu einer prima Region für Studierende. Das ansonsten so arg gebeutelte Bochum hat es nicht zuletzt der Ruhr-Uni zu verdanken, dass es seit langer Zeit mal wieder einen leichten Anstieg der Einwohnerzahlen erleben durfte. Die Versuche, den Hochschulstandort auch international ohne albernes Getue zu bewerben, sind zwar bisher eher unglücklich. Aber hier besitzt das Ruhrgebiet tatsächlich Potential und könnte damit sogar den demographischen Wandel leicht abfedern.

Das Ruhrgebiet wird kein junger Hipster mehr. Aber eine fluchende alte Oma, die nach Zigaretten und Bier stinkt und dabei Adorno zitiert, ist im Grunde doch eh viel cooler.

Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Und nun?

Vor sechs Wochen bin ich zum ersten Mal Papa geworden. Mit 26 Jahren ist die Jugend wohl nun endgültig vorbei. Als Langzeitstudent kann man es sich ja gut bis Mitte 30 in einer gewissen Jugendlichkeit gemütlich machen. Ein Leben zwischen Klausuren, Hausarbeiten, Partys und Wohngemeinschaften. Wirklich wichtige Entscheidungen? Fehlanzeige. Plötzlich besitzen die eigenen Entscheidungen jedoch eine unvorstellbare und unberechenbare Tragweite. Bei dieser Überlegung fiel mir das Lieblingszitat aller Adorno-Fans, Antideutschen und desillusionierten Linken ein. “Es gibt kein richtiges Leben im falschen.”

Na toll. Und nun? Ohne Verantwortung für andere Menschen lässt sich aus diesem Zitat eine prima Lebenseinstellung ableiten. Aber mit einem Kind stehen plötzlich wichtige Entscheidungen an. Impfungen, Kita, Schule. Und so weiter und so weiter. Was ist wo das kleinste Übel? Oder gibt es sogar richtige Entscheidungen? Gibt es in einer wirtschaftlich am Boden liegenden und sich systematisch selbst zerlegenden Region wie dem Ruhrgebiet überhaupt eine Zukunft für eine neue Generation? Lohnt es sich noch, sich hier etwas aufzubauen? Oder ist es nicht vernünftiger, schnell seine sieben Sachen zu packen und nach Berlin, Hamburg oder Leipzig abzuhauen? Ich weiß es nicht.

Wirklich viel Zeit bleibt mir jedoch nicht, mir darüber Gedanken zu machen. Auch beim Schreiben dieses Textes hat mich Levi etwa zehn Mal unterbrochen. Aber ich wollte es ja so. Und es ist toll! Also werde ich wohl doch nach dem richtigen Leben im falschen suchen müssen. Aussichtslos? Vielleicht. Sinnlos? Bestimmt nicht. Und vielleicht finden wir es ja sogar in Bochum. Es gibt hier ja schließlich sonst nichts mehr. Reichlich Platz für das richtige Leben also. Oder für ein Einkaufszentrum. Ach verdammt…

Zum Geburtstag von Simone Weil

Aus aktuellem Anlass an dieser Stelle ein Artikel, den ich bereits vor drei Jahren veröffentlichte:

Am 3. Februar 2009 wäre die französische Anarchistin, Philosophin und Mystikerin Simone Weil hundert Jahre alt geworden. Außerhalb theologischer Fachkreise besitzt sie allerdings nur geringe Bekanntheit. Doch nicht nur die Mystik, auch ihr mutiges Engagement für Freiheit und Gerechtigkeit verdient Anerkennung.

“Man muss das Geld in Verruf bringen. Es wäre nützlich, dass diejenigen, die höchstes Ansehen oder sogar Macht besitzen, gering entlohnt werden. Die menschlichen Beziehungen müssen der Kategorie nicht messbarer Dinge zugeordnet werden. Öffentlich soll anerkannt sein, dass ein Bergmann, ein Drucker, ein Minister einander gleich sind.” – Nachdem Weil 1909 als Tochter wohlhabender Eltern in Paris geboren wurde und anschließend eine wohlbehütete Kindheit im jüdisch-agnostisch geprägten Elternhaus genoss, waren ihre revolutionären Ansätze kaum absehbar. Doch bereits früh interessierte sich die junge Frau für Philosophie und Politik und begann nach dem Abitur ein Studium der Philosophie in ihrer Heimatstadt.

Pazifismus und Antifaschismus

Philosophisch und politisch geprägt wurde Simone Weil bereits in der Schule von ihrem Lehrer Émile Chartier (besser bekannt unter dem Pseudonym “Alain”), der – auch aufgrund seiner Erfahrungen im Ersten Weltkrieg – zum bekennenden Pazifisten und Antifaschisten wurde und Zeit seines Lebens für mehr und direktere Demokratie sowie humanistische Werte kämpfte. Wie Alain wurde Weil schließlich auch Philosophielehrerin, verbrachte aufgrund gesundheitlicher Probleme (chronische Kopfschmerzen) jedoch nur wenig Zeit in diesem Beruf. Von den Entwicklungen in Deutschland entsetzt, entschied sie sich stattdessen, 1934 nach Deutschland zu reisen, um politisch gegen Hitler zu wirken. Sie verfasste zahlreiche Schriften gegen den Nationalsozialismus und war bemüht, linke und demokratische Parteien davon zu überzeugen, gegen Hitler zusammenzuarbeiten. Doch ihre Werke fanden nur wenig Gehör in Deutschland und wurden auch erst posthum in den Siebzigern in die deutsche Sprache übersetzt und in einer höheren Auflage veröffentlicht (Aufsatzsammlung: “Unterdrückung und Freiheit”).

Erfahrungen als Fabrikarbeiterin

Nachdem Weil enttäuscht nach Frankreich zurückkehrte, wollte sie in ihrer Heimat die Unterdrückung des großindustriellen Kapitalismus am eigenen Leibe spüren und entschied sich zum Zwecke des Erkenntnisgewinns zu einem Jahr Fabrikarbeit bei Renault. Auf dem Foto in ihrem Fabrikausweis ist die hübsche junge Frau bereits von ihrer Krankheit und der schweren Arbeit gezeichnet. Der harte Alltag bei Renault öffnete Weil die Augen für die Bedürfnisse und Nöte der FabrikarbeiterInnen und so beschäftigte sie sich in der folgenden Zeit stärker mit linken Ansätzen, fand aber weder in der Sozialdemokratie noch im Marxismus ihre politische Heimat. Das System “Staat” lehnte sie immer stärker ab und öffnete sich stattdessen für anarchistische Ideen.

“Urlaub” in Spanien

Nach dem Jahr bei Renault reiste Simone Weil zur Erholung 1936 nach Spanien, wurde dort jedoch schon bald mit den Realitäten des Bürgerkriegs konfrontiert. Durch die Philosophie Alains und ihrem Aufenthalt in Deutschland geprägt, entschied sie sich an der Seite der Anarcho-Syndikalisten gegen Franco zu kämpfen, der eine militaristisch-faschistoide Revolution anstrebte. Unter anderem auch durch die Unterstützung Nazi-Deutschlands für den faschistischen General wurden die demokratischen Kräfte schnell besiegt und Weil kehrte zurück nach Frankreich. Vor ihrer Rückkehr kam es jedoch schon zu ersten Begegnungen mit dem Christentum, die sich später in Frankreich und Italien intensivierten. Die bisher bekennende Atheistin schloss sich dem Christentum an, das sie als “Religion der Sklaven” bezeichnet. So sah sie ihre neugewonnene Religiosität auch nicht im Widerspruch zu ihrem politischen Wirken, sondern lediglich als “Neuorientierung” ihrer Lebens.

Mystik und Kopfschmerzen

Ihre chronischen Kopfschmerzen, durch die körperlichen Strapazen bei Renault und in Spanien womöglich stark verschlimmert, wurden für Weil zum Tor für mystische Erfahrungen. Durch regelmäßige Erlebnisse war sie der Meinung, in einer transzendentalen Liebesbeziehung zu Jesus Christus zu stehen. 1941 begann ihre literarisch wichtigste Schaffensphase. Sie floh vor den deutschen Besatzern nach England, wo sie 1943 im Alter von nur 34 Jahren an Magersucht starb. Ob ihre Magersucht eine Folge ihrer Kopfschmerzen war, die sie am Ende ihres Lebens immer häufiger heimsuchten, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Simone Weil verlor gegen Ende des Lebens geprägt von Unterdrückung und Rückschlägen ihren Glauben an eine gerechte Gesellschaft im Diesseits. Doch ihre Texte wurden nach ihrem Tod zum Quell der Inspiration für anarchistische und demokratische DenkerInnen. Ihr hundertster Geburtstag ist ein guter Anlass, ihr politisches Vermächtnis wiederauferstehen zu lassen.

Der Bulle von Bochum

Nach dem Ende des Bochumer Nokia-Werks wurde das Hamelner Unternehmen Scanbull als großer Hoffnungsträger gefeiert. 2008 mietete Scanbull Teile des Nokia-Werks an und übernahm 150 ehemalige Beschäftigte. Schon damals habe ich in einem Artikel in der bsz die Euphorie kritisch gesehen. Inzwischen liefert der Suchbegriff “Bochum” auf der Seite von Scanbull keine Ergebnisse mehr, das Scanbull-Schild am Nokia-Werk wurde bereits vor zwei Jahren wieder entfernt.

Politically Incorrect schöpft Hoffnung aus Norwegen-Massaker

Der brutale Massenmord in Norwegen stellt die rechtspopulistische Szene vor ein zentrales Problem. Die Vorurteile und Ängste, die seit Jahren bewusst gegen Muslime geschürt wurden, werden nun plötzlich gegen sie selbst gerichtet. Ein Bumerang aus Hass und Angst. Das größte deutschsprachige Blog der rechtspopulistischen bis rechtsextremen Szene – “Politically Incorrect” – übt sich seither in Distanzierungsversuchen und Opferreflexen. In den Kommentaren gibt es aber auch “Hoffnung”. So schreibt yyy123:

Ich habe noch folgende Hoffnung.
Als Anfang 90-er in Deutschland Asylheime brannten, gab es nicht nur Empörung und Lichteketten: die Regierung hat verstanden, dass es so weiter nicht geht und den Asylantenstrom reduziert.
Spätestens jetzt muss es zumindest CDU-FDP klar sein, dass die Regierung in Fragen Migration / Zuwanderung umsteuern muss, um das Land nicht zur zweiten Jugoslawien werden lassen.

Widerspruch gibt es zu dieser Aussage in den Kommentaren nicht. Stattdessen wird lieber im Einklang gejammert, dass man mit so einem Massenmörder ja nichts gemein habe und die “grün-linken” Medien boshaft Gemeinsamkeiten konstruieren. Bei so viel Selbstmitleid (schließlich leidet niemand mehr unter den Folgen dieses Massakers als deutsche Rechtsextremisten) wirkt etwas Hoffnung auf die heilsame Wirkung von brennenden Asylbewerberheimen und ermordeten Jugendlichen natürlich ungemein erfrischend.

Ach bin ich froh, dass Politically Incorrect für “Grundgesetz und Menschenrechte” kämpft.

Zum Tode verurteilt?

Das Ruhrgebiet ist nicht tot, aber schwer krank. Die demographische Entwicklung und  die wirtschaftliche Orientierungslosigkeit nach dem Ende des Kohlezeitalters machen der “Metropole Ruhr” schwer zu schaffen. Wirft man einen Blick auf die Bevölkerungsentwicklung deutscher Großstädte, ist deutlich zu erkennen, dass das Ruhrgebiet auf der Verliererseite steht und diese sogar anführt. 31 der 80 Großstädte in der Bundesrepublik erleben gerade einen Rückgang ihrer Einwohnerzahlen. Zwölf dieser Städte befinden sich im Ruhrgebiet (Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen, Oberhausen, Hagen, Hamm, Mülheim, Herne, Recklinghausen und Bottrop), weitere sechs in dessen unmittelbarer Nähe (Wuppertal, Mönchengladbach, Krefeld, Solingen, Remscheid und Moers).

Das ist kein Wunder. Die Gesamtbevölkerung schrumpft und diese Entwicklung “zerstört” nicht nur ländliche Regionen mit ihren Klein(st)städten und Gemeinden, sondern ist auch für solche Städte ein Problem, die nach einem großen Boom die Zeichen der Zeit verpasst haben. Dies trifft das Ruhrgebiet natürlich besonders hart. Denn hier ist nicht nur eine einzelne Stadt betroffen, sondern eine ganze Region mit knapp über fünf Millionen Einwohnern. Das Kulturhauptstadtjahr gaukelte zwar eine heile Welt vor, doch bis auf wenige echte Erfolge wie das Still-Leben war nichts zu spüren von Aufbruchstimmung und dem Streben nach einer “Metropole Ruhr”.

Vielleicht ist dieses Bestreben auch bereits gestorben, bevor es wirklich begonnen hat. Die einzelnen Städte begeben sich so oft wie möglich in den direkten Konkurrenzkampf. Hat Essen ein neues Einkaufszentrum, benötigt natürlich auch Dortmund als “größte Stadt im Pott” eins. Und Bochum? Hier hat man Angst, Kaufkraft in beide Richtungen zu verlieren. Also muss auch ein weiteres Innenstadt-Einkaufszentrum her. Und das “größte Einkaufszentrum Deutschlands auf der grünen Wiese” vor den Toren Bochums? Muss natürlich ausgebaut werden. Die Geschichte lässt sich ähnlich über Duisburg, Oberhausen, Witten oder Recklinghausen erzählen. Diese Konkurrenz wäre ja nicht dramatisch, wenn sie dazu führen würde, die einzelnen Städte und damit auch das ganze Ruhrgebiet attraktiver zu machen. Stattdessen werden jedoch kurzfristige Vorteile gesucht, die für die langfristige Stadtplanung eine Katastrophe darstellen.

Bleiben wir beim Beispiel Einkaufszentrum. Denn es ist so schön simpel. Diese Konsumtempel sind profitabel. Der Anteil am Gesamtumsatz des Einzelhandels, der in solchen Zentren erwirtschaftet wird, wächst und wächst. Das freut besonders die wenigen Betreiberunternehmen sowie die großen Ketten. Schließlich fehlen H&M, McDonalds, NewYorker, Kamps oder auch Saturn/MediaMarkt in kaum einem EKZ. Während sie in der Innenstadt und den Vorortzentren der Konkurrenz lokaler Unternehmen ausgesetzt sind, fehlen diese in den großen Zentren fast gänzlich. Ein leichtes Spiel also. Die Innenstädte und Vororte dagegen verwahrlosen und gleichen sich einander mehr und mehr an. Städtische Eigenheiten weichen dem Einheitsmüll von kik und Tedi. Die Stadt als öffentlicher und sozialer Raum wird mehr und mehr Geschichte.

Doch diese Entwicklung ist keine Eigenart des Ruhrgebiets. Zwar nahm sie hier mit Vorreitern wie dem Ruhrpark und dem CentrO ihren Anfang, aber andere Städte und Regionen erleben ähnliche Phänomene oder stehen kurz davor. Die städteplanerische Blindheit und Egozentrik im Ruhrgebiet ist allgegenwärtig. Trotz enormen Leerstand an Büroflächen wird weiter fleißig an neuen Prestigenflächen gearbeitet. Beispiel Exzenterhaus Bochum. Der architektonisch fraglos schicke Hochhausbau an der Universitätsstraße ist vollkommen unnötig. Trotzdem werden sich zahlungskräftige Mieter finden. Denn aufstrebende Unternehmen brauchen einen repräsentativen Firmensitz. Da ist ein schickes Hochaus in der Innenstadt natürlich weitaus attraktiver als der Altbau in Gerthe. Dass diese Leuchtturmprojekte den Leerstand noch verschärfen und letztlich ganze Ortsteile kaputtmachen können, wird gern ignoriert. Schließlich will man sich mit einer solch “modernen” Städteplanung wieder auf die Siegerstraße katapultieren. Verlieren können die anderen. Duisburg zum Beispiel, oder Herne. Aber Bochum? Niemals.

Ähnlich sieht es aus bei der Planung des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Natürlich will man gut angebunden sein. Aber auch nicht zu gut. Schließlich sollen die Recklinghäuser ihr Geld auch brav in Recklinghausen ausgeben. Kommt man zu schnell nach Bochum oder Essen, ist das gefährlich. Also besser Widerspruch einlegen.

Doch sehen wir dieses provinzielle Denken doch mal als Chance. Das Ruhrgebiet ist keine Ruhrstadt und erst recht nicht die “Metropole Ruhr”. Hier ist es ruhiger als in Berlin und wer es nicht weiß, wird in der Herner Innenstadt sicher nicht darauf kommen, gerade mitten in einem der größten Ballungsräume Europas zu sein. Auch das hat seinen Charme. Vielleicht gilt für das Ruhrgebiet, was scherzhaft immer Düsseldorf zugeschrieben wird: Das größte Dorf Deutschlands zu sein. Die zum Teil miserable Verkehrssituation zwingt die Menschen dazu, vor der Haustür kreativ zu sein. So bietet zum Beispiel Bochum für seine gerade mal noch 367.000 Einwohner ein relativ breites kulturelles Angebot. Zwar nicht wegen, aber trotz “Ruhr.2010″. Doch wer die Schnauze voll hat, kann auch in die Nachbarstädte ausweichen und erlebt zum Teil gänzlich andere Mentalitäten und Eigenarten. Dortmund ist nicht Bochum. Und das ist toll! Ob das im Zuge vereinheitlichter Einkaufszentren, Kinos, Supermärkte und Diskotheken so bleiben wird, ist unklar. Aber hört doch einfach mit diesem Metropolenscheiß auf. Wer eine Metropole will, der geht nach Berlin, Paris oder New York. Wer den Ruhrpott will, der bleibt halt hier. Oder kommt her. Wenn nicht, dann nicht. Das Ruhrgebiet war eine Boom-Region, weil es war, wie es eben war. Es wird nicht plötzlich wieder eine Boom-Region, weil es anfängt, Berlin zu kopieren.

Eine schrullige alte Dame mit Rollator wird auch durch OPs und Kosmetik nicht mehr zur Schönheitskönigin, die man gerne vorzeigt. Verdammt cool ist die alte Dame Ruhrgebiet trotzdem. Ewig leben wird sie zwar nicht mehr. Aber wer will auch schon ewig leben?

Alles OK mit B

Als ich heute in mein Postfach an der Uni schaute, entdeckte ich darin einen dicken Umschlag von der Agentur Steuerung B. Darin befand sich eine Musik-CD mit dem Titel “Alles OK mit B”, dem “Song für die Stadt mit B”. Die Stadt mit B ist nicht etwa Berlin, sondern tatsächlich Bochum. Dabei weiß doch jedes Kind, dass Bochum zwar eine Menge fehlt, ganz gewiss aber keine neue Stadthymne.

Mit Textzeilen wie “Nenn’ mich bekloppt oder durchgedreht, ich bin ein Typ, der hier gerne lebt” oder “Heute Abend geh’ ich raus, vorher ‘ne Currywurst bei Dönninghaus” macht “Alles OK mit B” Grönemeyers “Bochum” vermutlich auch keine Konkurrenz. Aber den Anspruch hatte man bei Steuerung B wohl auch nicht. Der Song ist dermaßen plump und platt, dass er schon wieder witzig ist. Also: Marketingkonzept geglückt. Aber ein bisschen schäme ich mich gerade trotzdem dafür, in der “Stadt mit B” zu leben.